• Jessica Blömeke

What the heck ist ein Empath?


... und was unterscheidet ihn von einem hochsensiblen Menschen?

Neulich wurde ich gefragt, was eigentlich der Unterschied zwischen einem Empathen und einem “normalen“ hochsensiblen Menschen ist.

Gute Frage, dachte ich mir.

Dabei fiel mir aus, dass mir die Antwort so klar ist, dass ich bisher noch nicht auf die Idee gekommen bin, einen eigenständigen Beitrag darüber zu verfassen. Liebend gerne schaffe ich dem Abhilfe und möchte durch die folgenden Zeilen ein wenig Licht ins Dunkle bringen. 😊

Mein Fokus liegt ganz klar auf den Empathen oder wie ich diese Woche in einem Buch las, “der/ die Empfindsamen“. Zum Thema Hochsensibilität gibt es mehr als reichlich richtig gute Lektüre, so dass ich diesen Teil nur anreißen möchte, um den Unterschied zwischen den beiden Menschentypen zu verdeutlichen. Auch das Thema “warum ein Empath so ist, wie er ist“, lasse ich an dieser Stelle außen vor. Das tut für die heutige Fragestellung nichts zur Sache und würde darüber hinaus einen ganz eigenen Beitrag füllen.

Nun aber zurück zum Thema:

Hochsensible Menschen reagieren mit ihren Sinnen sensibler als “normal fühlende“ Menschen. Das heißt, sie hören die Regenwürmer husten, riechen so fein wie ein Trüffelschwein, sehen die Welt mit Argusaugen und haben eine Haut, die so empfindsam ist wie eine Mimose.

By the way: Hast Du schon mal eine Mimose gesehen? Sie berührt?

Also, ich meine jetzt hier die Pflanze. Eine kleine, zarte Pflanze mit federartigen Blättern, die sich bei der leisesten Berührung zusammen ziehen, um sich zu schützen. Wunderschön!

Ein Empath kann all die oben genannten Eigenschaften aufweisen, muss er aber nicht.

Ich zum Beispiel habe einen ziemlich feinen Geruchsinn, der mich im Alltag aber in keinster Weise einschränkt. In meinen beiden Schwangerschaften hingegen bin ich zum Trüffelschwein mutiert. Phasenweise war das für mich echt anstrengend alle Gerüche um ein Vielfaches verstärkt wahrzunehmen. Dennoch würde ich mich nicht als hochsensibel bezeichnen.

Empathen kennzeichnen sich aus meiner Sicht vielmehr durch eine spezielle Form der hochsensitiven Wahrnehmung, die je nach Ausprägung und erlernten Umgang mit ihr, bis ins Mediale hineinreicht.

Wenn Du willst, kannst Du all die Wahrnehmungsformen als Superheldenkräfte sehen. Ein Empath hat die Superheldenkraft des Hellfühlens. Das heißt, seine emotionalen Antennen sind so fein und so lang, dass er fühlt, was andere fühlen. Und zwar in der Art und Weise, als sei das, was er fühlt einzig und allein sein Eigenes. Das Spektrum reicht dabei von “ich spüre es am eigenen Leib“, auch u. U. in Form von körperlichen Schmerzen bishin zu “ich durchlebe binnen kürzester Zeit eine Achterbahn der Gefühle“. Die berühmt berüchtigte Range von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt.

Was Empathen und Hochsenible gemeinsam haben ist, dass sie für die Reizverarbeitung länger brauchen als die von mir häufig zitierten “normal fühlenden“ Menschen. Dazu braucht es eigene Schutz- und Rückzugsräume, auf die ich in einem früheren Beitrag "Warum Schutzräume für Empathen so wichtig sind" bereits eingegangen bin.

Jeder Mensch besteht aus verschiedenen Schichten oder Hüllen. Die grobstofflichste Schicht ist unserer Körper. Das zu Hause unserer Seele für ein Leben. Die Seele ist aber viel, viel größer und es kostet sie große Anstrengungen sich auf die körperlichen Grenzen zu beschränken. Die Seele ist auch ein Körper, nur eben sehr feinstofflich und für die meisten nicht sichtbar. Diese reicht über die körperlichen Grenzen hinaus und ist dazu in der Lage sich theoretisch bis ins Universum hinaus auszudehnen. Darüber ist die Seele mit allem verbunden. All-eins.

Ein Empath dehnt seine Seele ganz weit aus. Unabhängig davon, ob er sich darüber im Klaren ist oder nicht. Er macht es. Allein diese Tatsache befähigt ihn mehr zu fühlen, mehr zu wissen, mehr zu sehen, schlicht und ergreifend mehr wahrzunehmen als die breite Masse.

Grob gesagt gibt es zwei Formen von Empathen:

Solche, die keinen Schimmer oder bestenfalls eine Ahnung von ihrer Gabe haben und solche, die ihrer Fähigkeiten bewusst sind. Hier ließe sich noch in den Grad der Bewusstheit untergliedern. Das lasse ich an dieser Stelle jedoch außen vor.

Letztere haben den entscheidenden Vorteil, dass sie ihre Empfindungen einordnen können und die oftmals quälende Frage, ob mit Dir alles in Ordnung ist ein Ende hat.

Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen und sage es deswegen es an dieser Stelle noch einmal: Mit Dir ist alles in bester Ordnung!! Du bist perfekt so wie Du bist.

Im Laufe der Jahre habe ich folgende Beobachtungen gemacht, die einen Empathen, eine Empathin kennzeichnen:

1. Der ideale, vollkommene Seins-Zustand eines Empathen ist Harmonie.

Hast Du schon mal ein Orchester spielen gehört?

Alle Musiker sind perfekt aufeinander eingestimmt. Jedes Instrument ist perfekt aufeinander abgestimmt. Alles ist in Harmonie. Jeder kennt seinen Einsatz, hat seinen Platz, alle sind wichtig. Von der Triangel bishin zur ersten Geige.

Diese Harmonie ist Balsam für die Seele eines Empathen. Die spürt er, die hört er, u. U. siehr er sie auf feinstofflicher Ebene. In jedem Fall fühlt er sie.

Das alltägliche menschliche Leben ist in den seltensten Fällen so dermaßen perfekt harmonisch, wie ich es eben beschrieben habe. Jegliche Abweichung von dieser Harmonie führt zu Disszonanzen in der Wahrnehmung des Empathen. Der eigene Körper ist dabei sein Instrument. Nur dass dieser es in sich trägt und nicht wie in einem Orchester ersichtlich ist.

Damit komme ich auch gleich zum zweiten Punkt:

2. Ein Empath erspürt Dissonanzen, also auch Lügen.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es dabei völlig unerheblich ist, ob ein Mensch bewusst lügt, um etwas zu verschleiern oder ob sein Gegenüber entgegen seiner inneren Wahrheit lebt. Letztendlich sind beides Lügen.

Ein Empath spürt das. Das äußert sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise und reicht von Unwohlsein bis hin zu körperlichen Beschwerden oder gar Schmerzen.

Stell Dir vor, Dein Körper ist ein Geigerzähler, der bei jeder Disharmonie anfängt zu piepen. Du spürst den Unterschied zwischen der vollkommenen Harmonie der Seele und dem gesagten Wort des Menschen mit all seinen Limitierungen.

Bei mir sind das immer solche Momente, in denen ich während eines Gesprächs denke “häää?“ oder “das ist aber interessant“. Es löst eine Irritation in mir aus, die mich aufhorchen lässt. Ich habe gelernt dieser Stimme zu vertrauen und weiß, dass ich mit meiner Wahrnehmung richtig liege.

3. Empathen sind gute Beobachter.

Ich liebe es mich unter Menschen zu begeben und alles zu beobachten und wahrzunehmen.

Probier das mal aus. Setz Dich in ein Cafe, genieße einen Kaffee oder einen Tee und beobachte. Klingt erstmal nach nichts. Ich verspreche Dir jedoch, dass es Dir einen Zugang zu einer ganz eigenen Welt ermöglicht: Du erspürt Gruppendynamiken, Stimmungen und Gefühle. Du erkundest die Körpersprache der Menschen und gewinnst dadurch so unendlich viele Erkenntnisse.

Empathen sind Meister im Beobachten.

In dieser Stille liegt eine unglaubliche Kraft. Diese Eigenschaft führt dazu, dass Empathen als die viel beschriebenen Lügendedektoren bezeichnet werden, da sie durch Beobachtung gelernt haben andere Menschen zu lesen. In Verbindung mit der nächsten Eigenschaft macht ihnen keiner etwas vor.

3. Der Empath das Orakel.

Eingangs schrieb ich davon, dass sich die menschliche Seele praktisch unbegrenzt weit ausdehnen kann. Die Seele eines Empathen ist immer weit ausgedehnt. Das ermöglicht ihm einen direkten Draht nach oben ins Universum, zu Gott, Deinem höheren Selbst oder wie auch immer Du jene Kraft nennen magst.

So empfängt ein Empath Informationen viel schneller, direkter und somit auch viel früher als normal fühlende Menschen.

Bei mir äußert sich das zum Beispiel dahingehend, dass ich bestimmte Dinge einfach weiß. Informationen weiß, die mir mein Gegenüber nicht erzählt hat oder für die es nach menschlichem Verstand keine logische Erklärung gibt.

Ich möchte an dieser Stelle gern ein Beispiel erzählen. Das Ganze ist ca. 15 Jahre her, mir aber so eindrücklich im Gedächtnis hängen geblieben. Ich war damals felsenfest sicher, dass eine mir bekannte Frau erzählt hat, sie habe drei Kinder. In einem unserer Unterhaltungen sprach sie von ihren beiden Kindern. Das irritierte mich dermaßen, dass ich sie darauf ansprach. Daraufhin erfuhr ich von ihr, dass sie in jungen Jahren eine Fehlgeburt erlitten hat. Damit war das Rätsel gelöst. Ich habe mit meinen empathischen Antennen (damals noch gänzlich unbewusst) die dritte Seele in ihrem Feld gespürt. Damit mein menschlicher Verstand diese Information einordnen und verarbeiten kann, hat er sich zurechtgelegt, dass ich die Information von ihren drei Kindern von ihr erzählt bekommen hatte.

Heute zweifle ich mein Wissen nicht mehr an. Wenn es angebracht ist, rede ich darüber. Wenn ich aber spüre, damit überschreite ich eine Grenze, lasse ich es sein. Ich mag eine Superheldenkraft haben, aber die ganze Welt retten möchte ich deswegen nicht.

4. Empathen ziehen andere Menschen wie magisch in ihren Bann.

Ob ein Empath es möchte oder nicht, er zieht andere Menschen an. Mehr noch als andere Menschen. Das liegt schlicht und ergreifend an seiner Ausstrahlung. Dass seine Seele so weit ausstrahlt. Damit berührt er auf feinstofflicher Ebene im wahrsten Sinne es Wortes andere Menschen und zieht sie ganz automatisch in sein Feld.

Wie Du aktiv Einfluss darauf nehmen kannst, wen Du in Leben ziehen möchtest und wen nicht, erfährst Du in meinem Beitrag "Warum Empathen KEINE Opfer von sog. Narzissten sind und was Du dafür tun kannst, dass es so bleibt".

5. Empathen öffnen heilige Räume.

Hat ein Empath gelernt, seine Fähigkeiten anzunehmen. Hat er diesen Teil seines Seins integriert und lebt ihn, dann ist dieser durch sein reines Sein befähigt Räume der Heilung zu öffnen. Oder wie ich es gerne nenne: heilige Räume. Denn dieser Prozess hat für mich etwas Erhabenes, etwas Heiliges.

Sind diese Empathen beruflich im beratenden oder therapeutischen Kontext unterwegs, ist diese Gabe ein Segen. Sowohl für den Klienten als auch ihn selbst. Sie kann gezielt dafür eingesetzt werden, einen Dienst für andere zu leisten.

Kürzlich durfte ich gleich zweimal diese Erfahrung machen, dessen Geschenk mir allerdings erst jetzt beim Schreiben bewusst wird. Anders als in meinen üblichen Beratungssettings habe ich mich im Vorfeld mittels einer Meditation sehr bewusst vorbereitet. So blieb ich ganz bei mir. Gleichzeitig dehnte ich meine Seele weit bis ins Universum hinaus aus. Ich habe mich in beiden Fällen sehr zurückgenommen, war einfach da und habe den Prozess beobachtet. Habe geschehen lassen. In meiner Rolle als empathischer Coach war ich sehr reduziert in meinem Handeln. Was dann geschah war wunderschön und heilsam. Für diese Erfahrung bin ich zutiefst dankbar.

Ich glaube, dass Empathen, sofern sie ihren Platz einnehmen und die sind, die sie schon immer waren, wundervollle Heiler sind. Durch ihre bewusste Verbundenheit ins Universum öffnen sie für ihr Gegenüber Räume, in denen der Klient sich selbst zu heilen vermag, wenn er sich auf diesen Prozess einlässt. So er-schaffen Empathen Harmonie.

Einen letzten Punkt möchte ich noch ansprechen, den ich bei Empathen (sowohl bei mir als auch bei anderen), beobachtet habe, wenn sie sich ihrer Fähigkeiten nicht bewusst sind oder diese negieren und / oder ablehnen:

6. Empathen neigen zu Übergewicht oder einer anderen Form von "Gegengewicht" bei mangelnder Erdnung.

Damit ein Empath seine Fähigkeiten voll integriert und leben kann, braucht dieser Wurzeln in beide Richtungen: Weit ins Universum hinaus UND tief in die Erde hinein. Beides ist immens wichtig, sonst geht er oder sie lost in space.

Die Verbindung ins Universum ist dem Empathen von Natur aus gegeben. Das heißt, es braucht keine großen Mühen, diese Verbindung zu stärken. Hier geht es vielmehr um Bewusstwerdung.

Die Verwurzelung tief in die Erde hinein hingegen ist aus meiner Sicht eine Lernaufgabe des Empathen. Vielleicht sogar DIE Lernaufgabe.

Ist diese nur mäßig ausgeprägt, sorgt der Körper für einen Ausgleich, ein Gegengewicht, in dem er beispielsweise an Körperfülle zulegt. Andere Formen des Schutzes und "Gegengewichts" kann eine Neigung zu Süchten, wie Alkohol o.ä. sein. Das ist eine äußert effektive und sinnvolle Maßnahme, die dem Empathen hilft sich einerseits vor all den einströmenden Wahrnehmungen zu schützen und andererseits die Bodenhaftung zu behalten. Lernt ein Empath seine Fähigkeiten voll und ganz anzunehmen und zu leben, purzeln die Pfunde quasi von allein. Die Ernährungsumstellung und der Sport folgen dann ganz automatisch.

Hier spreche ich aus eigener Erfahrung: Je mehr ich mein Empathen-Sein annehme, es lebe und integriere, es bin, desto weniger Schutz brauche ich in Form von Körperfett. Desto weniger brauche ich mich abzugrenzen, zu verhärten oder zu mauern. Im Gegenteil. Ich bin ganz weit und doch bei mir.

So, jetzt habe ich hoffentlich alle Klarheiten beseitigt. 😉 Wenn Du dazu noch Fragen oder Anmerkungen hast, melde Dich gern bei mir.

Von Herzen, Deine Jessica

#Hochsensitivität #Hochsensibilität #Empahten #Medialität #Superheldenkraft

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