• Jessica Josiger

"Wenn Du nicht lieb bist." - Über Gewalt in Ahnensystemen

Aktualisiert: 18. Dez 2019

Warum Du Dich als Ahnin der Zukunft von Deinen eigenen Themen lösen solltest, damit es Deinen Enkeln nicht mehr schadet.

Photo by Rod Long on Unsplash.com

Gewalt trägt viele Gesichter und hat ihre Ursache in ungelösten Traumata.


Gewalt trägt viele Gesichter. Dein Kind mit emotionaler Erpressung a la, „Wenn Du nicht lieb bist, dann geht es ohne Lieder ins Bett“ ist schlussendlich auch nur eine Ausdrucksform von Hilflosigkeit und Gewalt. Neben diesen subtilen Ausdrucksformen gibt es auch noch krasse Formen von physicher, sexualisierter und / oder ritueller Gewalt. Sie gibt es in jedem Familiensystem und es ist ein langer Weg die Kette der Gewalt, die sich von Generation zu Generation durch Familiensysteme hinweg bewegt zu durchbrechen und schließlich zu lösen.

Die Ursache von Gewalt liegt in ungelösten Traumata. Sei es transgenerational übertragen von Deinen Ahnen, die beispielsweise während der Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben, oder aber durch direkt erlebte Traumata. Aus schamanisch-energetischer Sicht spielt das keine Rolle, welche Form von Traumata als Damokles-Schwert über Dir und Deiner Ahnenlinie schwebt, denn sie hinterlassen alle ihre Spuren. Sowohl in Deinem ganz eigenem System als auch in dem System Deiner Familie. Der einzige Unterschied besteht aus meiner Sicht darin, dass transgenerational übertragene Traumata genauso wie Traumata, die vor Deinem dritten Lebensjahr geschehen sind, schwerer greifbar sind als solche, an die Du Dich zumindest wage oder bewusst erinnerst. Das liegt daran, dass die erste Form der Traumata so tief in Deinem Unterbewusstsein abgespalten sind, dass Du sie nicht fassen kannst. Da gibt es vielleicht eine dunkle Ahnung in Dir. Du entdeckst ein paar Verhaltensweisen, von denen Du als gesunde, reflektierte Frau weißt, dass sie ein wenig seltsam sind, Du sie aber als Marotte von Dir abtust.


Dann wirst Du plötzlich Mutter und Dir bleiben unter der Geburt die Wehen aus oder Du bekommst erst gar keine Wehen. Die Geburt muss eingeleitet werden: Mist, das hattest Du so nicht geplant. Es sollte eine natürliche Geburt außerhalb einer Klinik sein, weil alles was mit Ärzten und Kliniken zu tun hat ist Dir per se schon mal suspekt und Du immer Wege gefunden hast diese Orte zu meiden. Okay, dann musst Du doch in die Klinik und an den Wehentropf. Hilft nix. Alles, bloß keinen Kaiserschnitt. Und Du alles Dir mögliche tust, Dein Kind auf normalem Wege zu gebären.


Dir geht es dabei gar nicht um Dich. Nein, Dir geht es einzig und allein darum, dass Dein Kind unter keinen Umständen mit Ärzten und Hebammen alleine ist. Also zitierst Du nach der Entbindung Deinen Ehemann in den Nachbarraum, in dem sie Dein Kind zur Untersuchung gebracht haben bevor Du es zum ersten Mal sehen darfst.


Rückblickend stellst Du dann fest, dass Du Dich und Dein Kind in den ersten Lebensjahren nach Außen hin radikal abgeschirmt hast. Du hast Menschenmassen gemieden, es vor Blicken Fremder bewahrt. Wenn auch nur einer es gewagt hat sich mit der Hand dem Kinderwagen zu nähern, hast Du denjenigen mit Deinen Blicken auf zwei Meter Abstand gehalten. Anschließend hattest Du endlich den Mut Dein Baby im Tragetuch zu tragen. Die Angst ihm im Tuch wehzutun war nun kleiner als die Angst, Fremde könnten Dein Kind anschauen oder gar berühren. Du spürst, wieviel Sicherheit und Bindung das Tragen Deines Babies im Tragetuch sowohl Dir selbst als auch Deinem Baby gibt und hast es fortan getragen, bis es zu groß und zu schwer für‘s Tuch wurde. Den Babybrei und das Essen hast Du alles selbst hergestellt. Spritzen durften nicht sein und Fremden hast Du Dein Kind sowieso nicht alleine überlassen.


Über Dir schwebte eine unbestimmte Gefahr, die Du weder orten noch einordnen noch benennen konntest. Das einzige, was Du wusstest war, dass das, was Du getan hast und wie Du es getan hast, richtig war und all das genau so machen musstest und nicht anders. Dass Du einem urtiefen Instinkt gefolgt bist, der Dich genau so hat so handeln lassen.


Du wurdest wieder schwanger und dann kam Dein zweites Kind. Ein Schreibaby, das all Deine Aufmerksamkeit forderte und Du Deinem Erstgeborenen nicht mehr den Schutz und die Sicherheit geben konntest, die Dein System für das eigene Sicherheitsgefühl verlangt hat. Du hast Dein großes Kind für einige Stunden in Fremdbetreuung gegeben und es hat sich verändert. Es wurde immer introvertierter, zog sich zurück, sprach nicht mehr. Dieses Phasen wechselten ab mit unkontrollierten Wutausbrüchen und Krankheitsphasen, in denen Du dann zwei Kinder zu Hause hattest. Anstatt zu erkennen, dass Du nicht schuld am Verhalten Deines großen Kindes hast, es nicht durch Dein Verhalten Symptome von Traumata gezeigt hat, suchtest Du in Deiner Überforderung alle Schuld bei Dir. Du hast nicht erkannt, dass in der Kita etwas schief lief. Dass dort die Ursache lag. Durch Deine hellwachen Instinkte und eure starke Bindung hat sich Dein Kind Dir anvertraut. Du hast alles mögliche getan, um ihm zu helfen und bist auf Systemgrenzen gestoßen. Also was tust Du? Du suchst nach dem leichten Weg und findest eine Kita, einen Ort, dass den Bedürfnissen deines Kindes entspricht und von der Du ein gutes und sicheres Gefühl hast. Du findest diesen Ort, hast noch wenige Monate bis zum Wechsel zu überbrücken und merkst, wie Dein Kind in der neuen Kita sich nach und nach öffnet. Es dort sein kann und ihr alle die Unterstützung bekommt, die ihr braucht.


Mehr als ein Jahrzehnt später...


Du hast einiges an Persönlichkeitsentwicklung hinter Dir. Verschiedene Schicksalsschläge und das Wissen, dass alles in Dir ist, haben Dich auf diesen Weg gebracht. Du hast immer mehr von Deinen Schichten abgelegt. Sowohl Dein Verhalten zu den Kindern als auch das Verhalten Deiner Kinder an sich, zeigen Dir welche Ahnenthemen sich bereits gelöst haben und welche noch nicht. Wenn die Schleier sich anfangen zu lüften und sich all die Puzzleteile Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammen fügen. Du feststellst, dass Du mit Deinem radikalen Verhalten, mit jeder Entscheidung, die Du aus Deinem urtiefen Instinkt heraus getroffen hast, dazu beigetragen hat, die Ahnenkette zu durchbrechen und der Fortführung der Gewalt ein Ende zu bereiten. Dann findest Du Frieden und Freiheit.


So läuft das nämlich. Alles, was Du für Dich löst und ich meine damit wirklich in der Tiefe am Ursprungstrauma löst, Du all Deine abgespaltenen Anteile zu Dir zurückholst und in Dir integrierst, löst Du automatisch für Deine Kinder und Deine Kindeskinder mit. All das, was sich gelöst hat ist vollendet und muss nie wieder geschehen. Du hast die Macht die Ahnenkette zu durchbrechen.


Der Schamanismus geht sogar so weit, dass anders als aus psychologischer Sicht, Trauma und Traumafolgestörungen heilbar sind. Aus schamanischer Sicht sind sogar Komplextraumata, die ihren Ursprung in schwersten Gewaltformen haben, heil- beziehungsweise lösbar. Dort finden all jene ihren Platz, die durch das Raster klassischer Psychologie und Psychotherapie fallen. Der Grund hierfür liegt darin, dass in der schamanischen Kosmologie die Seele in ihrem Kern immer heil ist. Sie kann sich verformt und verändert haben, es können sich Teile von ihr abgespalten haben, aber im Kern ist sie heil. Der Schamanismus folgt immer der Lösung und der Grundenergie der Liebe. Es ist eine fülleorientierte Kosmologie, wenn Du so willst. Die Psychologie hingegen schaut auf die Symptome, behandelt diese und versucht so das Problem (welches im Schamanismus keines ist) zu lösen. Sie hat jene Menschen im Blick, die eine psychische Erkrankung wie z.B. eine dissoziative Identitätsstörung oder Schizophrenie, als Traumafolgestörung entwickelt haben, um zu überleben.


Im schamanischen heißt es, dass es sieben Generationen braucht, um eine Traumakette zu durchbrechen. Ob das wirklich so ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Was ich jedoch weiß ist, dass jede Generation im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Handlungsmuster immer ihr Bestes gegeben hat. Dass hinter jeglichem Verhalten die Liebe fließt, auch wenn diese unter vielen Schichten vergraben liegt. Sei es „nur“ die Tatsache, dass Dein Vater Dich gezeugt und Deine Mutter Dir das Leben geschenkt hat und mehr nicht möglich gewesen ist.


Gründe Deine eigenen Themen zu lösen gibt es viele. Sucht- und Kompensationsmuster lösen sich auf. Du ziehst völlig neue Menschen in Dein Leben, bist dazu in der Lage eine gesunde Beziehung 2.0 auf Augenhöhe zu gestalten und zu führen. Du fängst an Dich aus Dir selbst heraus zu versorgen und befreist dadurch die Männer in Deinem Leben, Dich zu retten. Und noch vieles mehr.


Und Deine Enkel? Also jene, die noch gar nicht geboren sind.


Tja, die sind frei. Sie werden von Kleinst auf eine stabile innere Basis aufbauen, weil Du ihre Eltern, Deine Kinder von der Last Deiner ungelösten Themen befreit hast. Deine Enkelinnen werden einen guten Mann finden. Einen, der ihr auf Augenhöhe begegnet, sie wertschätzt, achtet und liebt. Sie müssen nicht mehr in Süchte jeglicher Art flüchten oder von einer gefährlichen Katastrophenbeziehung in die nächste schlittern. Sie schenken sich selbst Bedeutung. Deine Enkel werden zu Männern, die sich nicht fürchten vor dem Urweib in den Frauen, weil sie selbst an ihre eigene Weiblichkeit angebunden sind. Keiner Deiner Enkel muss sich durch den Dreck wühlen, den ihre Ahnen ihnen als Erbe hinterlassen haben. Sie sind frei. Frei, die zu lieben und die zu sein, die sie sind.


Wie steht es um Deine ureigenen Instinkte und Intuitionen? Bist du Dir dieser bewusst? Traust Du Dir? Folgst Du ihnen? Oder glaubst Du dem Schauspiel im Außen mehr als dem, was Du tief in Dir weißt?


Im Januar 2020 startet mein schamanischer Hexenzirkel.* Dem Gruppenmentoring für Urfrauen und solche, die sie gebären wollen. Wir arbeiten in Kleingruppen zu max. sieben Frauen (inklusive mir). Ich geb Dir mein Wissen weiter. Wir üben, tauschen uns aus, nähren und stärken uns gegenseitig, bis die Urfrau in Dir bereit ist geboren zu werden.


Bist du neugierig? Dann kommentiere mit ja unter diesem Post für mehr Infos oder schreib mir eine E-Mail an info.jessica@josiger.de


Let your deepest dreams come true. Deine Jessica


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