• Jessica Josiger

Warum Empathen KEINE Opfer von sog. Narzissten sind!


... Und was Du dafür tun kannst, dass es so bleibt!

Als ich für mich herausgefunden hatte, dass ich selbst eine Empathin bin, habe ich das Internet nach möglichst vielen Informationen darüber abgesucht. Meine Neugier trieb mich dazu. Aber auch mein Forschergeist, der gerne Informationen sucht, damit mein Verstand alles gut einordnen kann. Damit er leise werden kann und so meine Seele wieder Raum bekommt zu wachsen. Dieses Verfahren oder Phänomen nennt sich Psychoedukation. An der einen oder anderen Stelle habe ich schon erwähnt, dass ich ein großer Fan davon bin.

Meine Beratungserfahrung der vergangenen Jahre zeigt mir, dass Psychoedukation, also das Verstehen und Einsortieren des eigenen Verhaltens, ein riesen Toröffner für seelisches Wachstum und Heilung ist. Es beruhigt die Menschen und gibt ihnen ein Gefühl von "Normalität".

So habe ich nun alles gesucht, was ich über das “Empathen-Phänomen“ finden konnte und habe festgestellt, dass es im deutschsprachigen Raum kaum Informationen zu diesem speziellen Fall der hochsensitiven Wahrnehmung gibt. Andere Bereiche, wie z.B. die Hochsensibilität sind hingegen gut abgedeckt. Ich fand mich bzw. das "Empathen-Phänomen" nur in Ansätzen wieder.

Im englischsprachigen Raum gibt es da schon wesentlich mehr Artikel und Informationen darüber. Leider geht es inhaltlich in den allermeisten Fällen darum, dass - ich stelle es an dieser Stelle mal überspitzt dar - die schwachen, armen Empathen ein beliebtes Opfer von den bösen, energiesaugenden Narzissten sind.

Anfangs war ich davon "nur" genervt. Mittlerweile ist es so, dass ich wütend werde, über die extrem einschränkende Darstellung einer Gabe. Und ob Du es mir jetzt glauben magst oder nicht. Ein Empath zu sein, ist eine Gabe und kein Fluch! Nun habe ich meine Wut zum Anlass genommen, um meine persönliche Sichtweise an dieser Stelle darzulegen.

Zunächst einmal möchte ich sagen, ich kann zu tiefst nachempfinden, dass diese Meinung kursiert. Neulich habe ich Aufzeichnungen von mir vor etwa 10 Jahren gelesen. Da stand wortwörtlich drin, dass das schlimmste für mich ist, dass ich die Emotionen der anderen fühle, als seien sie meine eigenen und, dass ich "das" weg haben möchte.

Also ja, aus tiefsten Herzen: Ich verstehe es! ABER, jetzt kommt ein ABER. Und zwar ein ziemlich großes ABER!

Wenn Du in dieser Polarität stecken bleibst, dann hälst Du ein riesen Stück Deines eigenen Potentials zurück. Du verharrst in der Opferrolle und gibst dadurch die Entscheidungsmacht ab. Deine Entscheidungsmacht. In dem Fall an die “bösen Narzissten“. Die im übrigen auch ihre guten Gründe haben, warum sie so sind wie sie sind. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass wir alle in mehr oder weniger stark ausgeprägten Anteilen u. a. sowohl narzisstische als auch empathische Züge in uns haben.

Jetzt komme ich und sage Dir, das geht auch anders! Hole sie Dir zurück, Deine Entscheidungsmacht. Du allein bist der Schöpfer, die Schöpferin Deines Lebens und niemand anderes. Nutze Deine empathischen Fähigkeiten. Lerne mit ihnen umzugehen und Dein Leben wird so viel bunter, reicher und erfüllter sein!

Wie das geht? Eigentlich ist das ganz einfach. Ich schreibe jetzt ganz bewusst “eigentlich“, denn von außen betrachtet erscheinen viele Dinge völlig logisch und einfach.

Ich möchte Dir im folgenden ein paar Schritte aufzeigen, die Dir helfen aus engergieraubenden Dynamiken auszusteigen und Dir Stück für Stück Dein Leben zurück zu holen.

1. Übernehme Selbstverantwortung

Es ist DEIN Leben! Das Leben geschieht FÜR Dich! Das Universum, Gott, die Engel oder an wem auch immer Du glaubst, sind MIT Dir. Das Ding dabei ist: Du bist der Boss.

Deine Gefühle und Gedanken sind maßgeblich entscheidend dafür, wie Du Dein Leben und Deine Umwelt wahrnimmst und welche Situationen und Menschen Du in Dein Leben ziehst.

Mit anderen Worten ausgedrückt:

Fühlst Du Dich als Opfer und deinen Mitmenschen hilflos ausgeliefert, wirst Du Menschen um Dich herum haben, die Dir genau das bestätigen. Fängst Du hingegen an, Dich und Deine empathischen Fähigkeiten schätzen und lieben zu lernen, ziehst Du Menschen in Dein Leben, die Dir spiegeln, wie schön und wertvoll du bist.

Also stelle Dir die alles entscheidende Frage: Willst Du so leben?

BeJAhst Du diese Frage, ist das völlig in Ordnung. Ich bin sicher, das hat seinen guten Grund!

Lautet die Antwort NEIN, dann nimm Dein Leben in die Hand und finde einen Ausstieg. Hierbei ist die innere Einstellung fast noch wichtiger als eine äußere Handlung. Denn alles geschieht immer von innen nach außen. Niemals umgekehrt.

In beiden Fällen gilt: Deine Entscheidung. Deine Verantwortung.

2. Lerne Dich und Deine Energien zu schützen

Zunächst einmal wirst Du vermutlich innerlich ein totales Chaos verspüren. Alles fühlt sich gleich an. Deine Emotionen wechseln womöglich genauso oft und schnell wie das berühmt berüchtigte Aprilwetter. Du fühlst Dich ausgelaugt, kraftlos, innerlich leer und Dein Stresslevel ist ziemlich weit oben. Dein grüner Bereich ist dementsprechend ziemlich stark eingeschränkt. All das ist total normal und mir ging es am Anfang genauso!

Dein hochempathischer Sinn ist wie ein Muskel, der trainiert werden möchte: Zu Beginn fühlt er sich wie Wackelpudding an und das Training ist mega anstrengend. Bleibst Du am Ball, dann fällt Dir das ganze von mal zu mal leichter. Dein Muskel wird stärker und stärker und irgendwann benutzt Du ihn so selbstverständlich wie Deine Füße und Beine zum Gehen.

Ich glaube an die Wirkung von Edelsteinen oder sog. Heilsteinen. Ich bin in einen Steineladen meines Vertrauens gegangen und habe dort mein Anliegen geschildert und mir einen Schutzstein gekauft. Ich entschied mich für einen Stein, der bereits gelocht war, damit ich ihn als Schmückstück immer tragen konnte. Das habe ich in der Anfangszeit auch getan, vor allem auf Arbeit.

Binnen kürzester Zeit spürte ich eine Art energetische oder feinstoffliche Grenze zwischen mir und meinen Mitmenschen. Das fühlte sich zunächst eigenartig an, war ich es doch gewohnt, dass meine Energie mit alles und jedem ungefiltert verschmolzen war. Ich fühlte mich ein wenig abgegrenzt. Das war ja aber auch Sinn und Zweck der Sache. ;-) Ich gewöhnte mich ziemlich schnell an meine neu gewonnene Freiheit und mein Stresspegel sank von einer 9 auf eine stabile 6 (wenn man eine Skala von 1-10 zu Grunde legt). Der zweite Schritt in Richtung Unabhängigkeit war getan.

3. Schalte Deinen inneren Beobachter ein

Jeder hat ihn, den inneren Beobachter. Das ist jene Instanz, die Dich ermächtigt das Geschehen von einer Metaperspektive aus zu betrachten. Die Dich Dein Erlebtes reflektieren lässt. Mit der Du vergangene Erlebnisse betrachten, erfühlen und analysieren kannst, um daran zu wachsen und davon zu lernen.

Fange also an Dich zu beobachten!

Stelle Dir vor, Du bist ein Surfer auf einem Brett. Das Meer auf dem Du Dich befindest sind ALLE Emotionen. Deine und die der anderen. Stehst Du sicher auf Deinem Brett, spürst Du die Welle noch bevor sie da ist. Ich weiß, dass Du das kannst. Du bist ein Empath und Deine Sinne sind so fein, dass Du sie noch vor all den “normal fühlenden“ spürst. Der Trick dabei ist eben genau diesen einen Moment abzupassen, bevor die Welle Dich überschwemmt. Denn dann kannst Du Dich ganz bewusst entscheiden, ob Du auf ihr reiten willst, Dich überschwemmen lassen möchtest oder ob Du sie an Dir vorbei ziehen lassen möchtest.

Wie ist das z.B. auf Deiner Arbeit oder bei Dir zu Hause? Welche Grundstimmung herrscht gerade vor? Von wem geht sie aus? Gibt es Konflikte? Wenn ja, zwischen wem? Wer verbreitet die gute Stimmung? Wann spürst Du die Dynamiken? Noch bevor Du den Raum betrittst oder erst wenn Du im Raum bist? Wie spürst Du sie? Wo genau spürst Du sie in Deinem Körper? Wie war Deine eigene Stimmung, bevor Du von den Menschen umgeben warst? Was war Deine vorherrschende Emotion?

All das sind Fragen, die Dir helfen, Dich und die Situation zu reflektieren. Wenn es Dir hilft, schreibe Dir Deine Wahrnehmungen auf. Am besten täglich. Zu Beginn kann es sein, dass Du die Fragen erst im Nachgang beantworten kannst. Etwa wenn Du Dir abends einen Augenblick Zeit nimmst, um den Tag zu reflektieren. Das ist völlig ok. Fang einfach damit an. :-)

4. Finde heraus, was Dir Kraft gibt und baue Dir das bewusst in Dein Leben ein

Auch darüber habe ich in einem früheren Blogbeitrag ausführlich geschrieben. Deswegen möchte ich das Ganze an dieser Stelle nur anreißen.

Das wohl allerwichtigste ist, finde Deinen Kraftort und nimm Dir Zeit für dich allein!

Ob Du Dein Bett, Deinen Balkon, Deinen Garten, Dein Auto oder einen Platz in der Natur zu Deinem Kraftort erklärst, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass Du dort das Gefühl hast innerlich frei zu sein und im Frieden mit Dir und der Welt. Das merkst Du z.B. daran, dass Atmung tiefer geht oder dass Deine Muskeln damit auch Dein gesamter Körper entspannter sind. Gehe dann an diesen Ort so oft Du kannst und seien es auch nur 10 Minuten am Tag. Bald wirst Du merken, dass Du innerlich ruhiger und belastungsfähiger wirst.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Sport. Stresshormone werden am schnellsten durch körperliche Betätigung abgebaut. Für mich ist z.B. das Krafttraining ideal. Das Fitnessstudio ist für mich der einzige Ort, an dem ich unter Menschen sein kann und dennoch nur mich und meinen Körper wahrnehme. Das gleiche habe ich im übrigen auch schon von anderen Gleichgesinnten gehört.

Sorge dafür, du ausreichend schläfst. "Schlaf ist kein Luxusgut, sondern ein Grundbedürfnis."

Diesen Satz habe ich während meiner Mutter-Kind-Kur über drei Wochen lang tagtäglich gehört und ich habe ihn mir zu Herzen genommen. Im Schlaf sortiert Dein Gehirn sich neu. Deine Festplatte löscht im Schlaf rigeros all die Dinge, die Dir nicht mehr dienlich sind. Und auch darauf hast Du mit Deinen Gedanken und Gefühlen Einfluss.

5. Beschäftige Dich mit Deinem Mindset

Mindset-Arbeit ist in aller Munde. So scheint es mir zumindest. Aber was heißt das eigentlich genau?

Für mich ist es eine intensive Auseinandersetzung mit mir selbst. Mit meinem inneren Glaubensystem, meinen Glaubenssätzen und meinen Überzeugungen von mir und darüber wie das Leben, wie mein Leben, funktioniert.

All Deine Glaubenskonstrukte wurden in Deiner frühesten Kindheit bereits angelegt. Sie laufen größtenteils so unbewusst ab, dass Du Dir darüber wohl in den wenigsten Fällen im Klaren bist. Befinden sich unter Deinen Überzeugungen auch negative Glaubenssätze (was sehr wahrscheinlich ist), dann nimmst Du Dein Leben unter dieser Brille wahr. Das wiederum hat Einfluss darauf, ob Du Dich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einer Opfer-Täter-Dynamik befindest oder eben auch nicht.

Hast Du Deine destruktiven Glaubenssätze einmal enttarnt, erschaffe Dir neue.

Was möchtest Du stattdessen glauben? Was ist für Deine jetzige Situation stimmiger?

Füttere Dein Gehirn und somit auch Dein Unterbewusstsein mit all den positiven Glaubenssätzen, die Dir heute besser dienlich sind.

6. Erjournale Dir Deine Traumrealität

Wonach sehnt sich Deine Seele? Was willst Du wirklich vom Leben? Wie willst Du Dein Leben führen? Welche Menschen möchtest Du in Deinem Leben haben? Welche nicht?

Die Antworten auf all diese Fragen findest Du in Dir. Keiner kennt Dich besser als Du Dich selbst. Also kannst auch einzig und allein Du Dir selbst all diese Fragen beantworten.

Seit etwa drei Monaten journale ich tagtäglich. Schreibe mir auf, wonach sich meine Seele sehnt. Schreibe mir auf, was wäre, wenn alles perfekt ist. Mache mir Gedanken zu meiner Vision. Darüber was meine Seele hier verwirklichen möchte und schreibe es auf. Schreibe mir neue, POSITIVE Glaubenssätze auf, die ich leben möchte.

Nehme ich mir dann mal ein oder zwei Momente Zeit und schaue mir an, wie sehr sich mein Leben seither verändert hat, komme ich mächtig ins Staunen. Diese Methode verhilft mir auch zu einem tieferen Zugang zu meinen empathischen Fähigkeiten. Zeigt mir, welch ungeahnte Möglichkeiten sie mir bieten. Zeigt mir, dass ich alles fühlen kann, ohne mich dabei zu verlieren. Zeigt mir, dass ich die Kontrolle über meine Emotionen habe.

Auch bei mir gibt es noch Situationen, die mich emotional dermaßen überrollen, dass ich erst im Nachgang bemerke was passiert ist. Das geschieht vor allem dann, wenn ich dem Menschen emotional und seelisch sehr nahe bin. Aber das ist heute für mich in Ordnung. Ich sehe das Ganze als Lernsituation. Als Gelegenheit seelisch zu wachsen. Das ändert an der Situation an sich erstmal nichts, aber meine Perspektive darauf ist entscheidend darüber, was ich daraus mache und wie ich mich und die Welt wahrnehme.

7. Last but not least: Meditiere. Am besten täglich.

Seit ich zwischen 2007 und 2010 meine schamanischen Aus- und Weiterbildungen gemacht habe, meditierte ich in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder. Seit etwa einem Monat meditiere ich täglich und auch da bin ich von der positiven Wirkung erstaunt:

Ich bin klarer, fokussierter und lebe mehr und mehr im Moment.

Ich entwickele mich von einer Hochleistungsfunktions-Jessica, deren Körper sie regelmäßig zur Ruhe zwang hin zu einer Jessica, die sich dem Fluss des Lebens hingibt. Das ist im Moment noch ungewohnt für mich, macht mich im Endeffekt aber noch leistungsfähiger als vorher. Nur eben auf eine entspanntere und gelassenere Art. Ich mache weniger, aber eben das, was meinem innersten entspricht.

Genau das hilft mir, meine empathischen Fähigkeiten als Gabe zu betrachten. Sie effizient zu nutzen.

Und mal ganz ehrlich, wir Empathen wären schön blöd, wenn wir diesen wesentlichen Bestandteil unseres Seins von uns abspalten und nicht nutzen! Das wäre wie wenn wir die ganze Zeit auf Händen durchs Leben laufen würden, obwohl wir mit zwei gesunden Füßen und Beinen gesegnet sind. Wer macht das schon?

Für Menschen, die noch keinerlei Erfahrung mit Meditation gemacht haben, gibt es mittlerweile ganz wundervolle Apps, mit deren Hilfe Du schrittweise angeleitet wirst. Ich teste mich gerade durch diverse Apps hindurch, weil ich keine Lust habe, jedes mal meine schamanische Trommel herauszuholen, wenn ich reisen oder meditieren möchte. Manchmal möchte ich einfach nur entspannt den Klängen lauschen und mich treiben lassen, ohne dabei aktiv etwas zu tun. Dafür sind die Apps klasse!

Jetzt ist mein Beitrag länger geworden als von mir beabsichtigt. Andererseits wollten all die Informationen aus mir heraus.

Weil sie mir wichtig sind.

Weil es mir wichtig ist, zu verdeutlichen, dass Du als Empath, als Empathin KEIN Opfer bist. Von niemanden! Von keinen sog. Narzissten oder von sonst irgend jemanden. Du bist höchstens ein Opfer Deiner Selbst, wenn Du diese Gabe von Dir abspaltetet. Und genau das fände ich sehr, sehr schade.

Die Welt braucht Empathen wie Dich und mich, die ein Bewusstsein für die Gefühlsebene schaffen. Was wäre die Welt für ein trister, grauer Ort, würde es nur vom Verstand regiert?

Ich weiß, dass das überwältigend und kompliziert erscheint, das innere empathische Chaos zu entwirren. Ich möchte Dir jedoch Mut machen! Ich habe es geschafft und Du schaffst es auch! Ich glaube an Dich!

Falls Du Hilfe dabei brauchst, melde Dich gern. Ich helfe Dir, Dein Chaos zu entwirren. Sei Du dafür bereit die Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen.

Von Herzen, Deine Jessica

Bildquelle: Pexels

#Selbstbestimmung #Selbstfürsorge #Empathen #Narzissten #Hochsensitivität #Hochsensibilität

619 Ansichten
KONTAKT

Soul-Strip by Jessica Josiger

24943 Flensburg

+49 (0)1522 3087919

© 2017/2018 by Jessica Josiger - Spirituelles Coaching & Mentoring, All rights reserved.