• Jessica Josiger

Sag mir Deinen Namen, Kleines


... Und ich sag Dir, wer Du bist!

So wie Du als Mensch einzigartig bist, ist jeder Name einzigartig. Dein seelischer Fingerabdruck sozusagen.

Dein Vorname, den Du zur Geburt von Deinen Eltern geschenkt bekommst, trägt die Schwingung Deiner Seele. Die Vertonung dessen was Dich ausmacht. Dein Nachname trägt aus energetisch-schamanischer Sicht die Schwingung Deines Stammes. Dort sind Deine Wurzeln, Potentiale, Talente, Lernaufgaben - sog. karmische Themen, spürbar. Sowohl Deine eigenen als auch die Deiner Ahnenreihe.

Bei einer Heirat und besonders dann, wenn die Frau den Namen ihres Partners annimmt, tritt ihre eigene Energie in Energieschwingung der Ahnenreihe des Ehemannes ein. Mit all seinen darin liegenden Potentialen, Talenten, Lernaufgaben, ja sogar seinen Wurzeln. So verwebt sich ihre eigene Identität mit der ihres Mannes und ein energetisches Band zwischen beiden wird gewoben.

Das spannende daran finde ich, dass durch den Sex beider Partner der Mann aus der Ahnenreihe seiner Mutter heraus und hinein in die Ahnenreihe seiner Frau hinein tritt.

So kommt es gewissermaßen zu einer weiteren Verwebung der Energien. Ein individueller Energieteppich entsteht.

Dieser Teppich erklärt aus meiner Sicht auch, wieso es nach einer Trennung beider Partner oftmals so schwierig, kräftezehrend, ja sogar fast kriegsähnlich zugeht, bis diese verarbeitet ist und jeder seiner Wege ziehen kann. Je länger eine Partnerschaft oder Ehe andauerte oder wenn gemeinsame Kinder daraus hervorgegangen sind, desto länger dauert dieser Prozess.

Wer schon einmal gesehen hat, wie lange es dauert bis ein handgemachter Teppich fertig geknüpft ist, der kann sich vorstellen wie lange es dauert, bis der energetische Teppich auseinander gedröselt und jeder seine eigenen Energiefäden - und somit seine Seelenkraft - wieder bei sich hat.

Im Falle von gemeinsamen Kindern bleibt am Ende im Idealfall der “Elternteppich“ zurück. Eine Verbindung auf Elternebene durch die gemeinsamen Kinder.

Spätestens nach der Scheidung steht bei den Frauen die Frage im Raum, nehme ich meinen Geburtsnamen wieder an oder behalte ich den Namen meines Expartners? Welche Bedeutung hat ein evtl. Namenswechsel für mich? Für meine Kinder? Für meine eigene Identität?

Für mich selbst war bis vor kurzen die Frage, ob ich meinen Geburtsnamen wieder annehme nie ein bewusstes Thema. Meine Denkweise dazu war eher immer folgende:

1. Ich habe genügend andere Baustellen, da möchte ich daraus nicht noch eine Baustelle machen. - Hier sprach die Überforderung aus mir heraus.

2. Meine Kinder heißen doch auch so. Für sie kann ich das nicht tun. Wie sieht das denn aus, wenn ich plötzlich einen anderen Namen trage als meine Kinder. Das geht doch gar nicht. - Hier sprach der Moralapostel aus mir heraus.

3. Ich bin weder mit keinem der Namensgebern so völlig im Reinen, also macht es keinen Unterschied, wie ich mit Nachnamen heiße. Wer weiß, vielleicht heirate ich irgendwann wieder? Dann bekomme ich wieder einen neuen Namen. Also kann ich alles belassen, wie es ist, denn es ist eh egal. - Hier sprach die Pragmatische aus mir heraus.

Was hat mich schlussendlich doch dazu bewogen meinen Geburtsnamen wieder anzunehmen und wieso sich das so verdammt befreiend anfühlt, verrate ich Dir im Folgenden:

Meine Entscheidung diesen Schritt zu gehen, fällte ich letztendlich binnen weniger Augenblicke. Ich stand eines morgens gegen 8 Uhr auf dem fast leeren Parkplatz eines Supermarktes. Ich wollte fix etwas einkaufen gehen. Ich blieb einen Augenblick länger als sonst im Auto sitzen. War für diesen Augenblick außerhalb von Zeit und Raum und spürte dem Thema nach. Mit einem Mal war mir klar, ich mache das. Ich nehme meinen Geburtsnamen wieder an. Meine Entscheidung war gefallen. Für mich. (Noch mehr) zurück zu mir, in meine eigene Identität und Kraft. Völlig frei von irgendwelchen äußeren Einflüssen.

Am nächsten Tag ging ich ins Standesamt und ließ die Namensänderung vornehmen.

Viele mögen jetzt denken, dass das ganz easy war. Im letzten Schritt schon. Die Entscheidung für mich war letztendlich nur deswegen so leicht, weil ich zuvor einen langen inneren Prozess der Loslösung von all den Themen, die damit in Zusammenhang stehen, vollzogen habe. Dieser war extrem wichtig, damit die Entscheidung aus meiner Seele heraus geboren werden konnte.

Da waren Vaterthemen, die ich zu lösen hatte.

Da gab es Ahnenthemen, für die es Zeit wurde, dass sie sich vollenden.

Da gab es Männerthemen, die angeschaut werden wollten:

Die Verarbeitung meiner Trennung spielte eine Rolle. Meine Loslösung von all den Themen und Konflikten, die damit einhergehen. Die Auflösung all meiner bestehenden Bindungen, Verträge, Glaubenssätze und Verhaltensmuster. Damit meine ich vor allem das Zurückholen meiner Seelenkraft, meiner eigenen Identität auf seelisch-energetischer Ebene.

Den juristisch formellen Akt der Scheidung finde ich gut und richtig und wichtig. Damit ist es aus meiner Sicht jedoch nicht getan. Um wirklich frei zu sein und gestärkt in sein ganz eigenes Leben zu gehen, braucht es die Verarbeitung und Transformation des Schmerzes, der Wut, der Trauer, der Angst, des Verlusts.

Durch Übernahme der eigenen Verantwortung. Durch Anerkennung des Guten, was bleibt. Durch Achtung all dessen, was geschehen ist. Durch Achtung des Expartners in den gemeinsamen Kindern (so es denn welche gibt). Damit befreist Du Deine Kinder von der Last sich entscheiden zu müssen. Partei ergreifen zu müssen. Du schenkst Deinen Kindern die Freiheit beide Eltern lieben zu dürfen, trotz der veränderten Familiensituation. So löst sich der energetische Seelenteppich auf. Damit werden alle beteiligten frei. Wirklich frei. Von innen heraus. So kehrt Frieden ein. Die Liebe kann wieder fließen und jeder ist frei, seiner Wege zu gehen.

Es gab jedoch auch viele Frauenthemen, die im ganzen Prozess automatisch hochkamen:

Welches Frauenbild habe ich? Wer bin ich? Also nur ich. Wer ist Jessica? Die pure, reine Jessica. Ohne Vater. Ohne Expartner. Ohne zukünftigen Partner. Wie definiere ich mich? Und zwar völlig frei, ohne einen Mann. Ohne meine Kinder und deren Namen.

All diese Themen habe ich mir angeschaut. Habe die Verantwortung für meinen Teil am Geschehen übernommen und sie nach und nach aufgearbeitet. Dieser Prozess hält noch immer an.

Das war und ist keinesfalls immer leicht. Im Gegenteil. Es gab Zeiten, in denen ich glaubte, die Wut zerfrisst mich. Es gab Zeiten, in denen ich in mir das hilflose Opfer sah, die keine Macht hat. Es gab Zeiten, in denen ich keine Grenzen gesetzt habe, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.

All diese Zeiten gab es. Und irgendwann kam ich an einem Punkt, an dem es genug war. An dem ich nur noch Frieden wollte. Frei sein wollte.

Ab diesem Moment fing ich an die Verantwortung zu übernehmen für mein Leben und zwar die volle Verantwortung. Habe nach und nach meine Leichen aus dem Keller geholt. Habe ihnen ein anständiges Begräbnis bereitet und ihre Seelen ins Licht geführt.

So wurde ich innerlich freier und freier. Meine Energie veränderte sich. Schwang mehr und mehr in meiner eigenen Frequenz. Somit verändert sich nach und nach mein äußeres Umfeld. Konflikte lösten sich auf. Es kehrt Frieden und Entspannung ein.

Die Entscheidung meinen Geburtsnamen anzunehmen, war für mich dann die letzte logische und vollkommen selbstverantwortliche Konsequenz.

Damit war die Überforderung in mir verschwunden.

Der Moralapostel in mir kam zum Schweigen. Er fand es am Ende unfair, die Kinder und das Denken der anderen als Ausrede für meine Unsicherheit bzgl meiner eigenen Identität gelten zu lassen.

Und die Pragmatische? Die ist immer noch da. Sie ist nur an einem anderen Platz. An dieser Stelle hat sie nichts zu suchen. Ihr gefällt meine Entscheidung. Findet sie wichtig. Für alle Beteiligten, jedoch vor allem für mich selbst. Denn so bin ich völlig frei mich zu entscheiden, wie ich in Zukunft heißen möchte. Frei. Ohne irgendwelche Altlasten, die es zu überschaufeln gilt.

Als dann vom Standesamt das Schreiben über die Namensänderung in meinem Briefkasten war, machte sich in mir ein tiefes, ganz sanftes, jedoch sehr starkes Gefühl von "eine weitere Tür hat sich geschlossen" breit. Ein wundervolles Gefühl von innerer Freiheit, die mir so wichtig ist.

Was bleibt ist die Verbindung auf Elternebene. Eben so wie es sein soll.

Rückblickend rate ich Dir, hole Dir Deinen Namen zurück, sofern es sich für Dich stimmig anfühlt! Er ist Deine Identität. Er hilft Dir, in Deine eigene Schwingung zu kommen. Nach einer Trennung hast Du im Energiefeld Deines Expartners und dessen Ahnen nichts mehr zu suchen. Mit der Trennung hat sich dieses Lernfeld in Deinem Leben vollendet. Hole Dir Deine Kraft zurück. Für Dich und Dein Leben.

Von Herzen,

Deine Jessica

Photo by Melody Jacob on Unsplash


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